Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Peru – Mythos der Anden

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Auf Trekkingreise in Peru – 18.05. – 10.06.2013

Im Mai 2013 war es wieder mal Zeit für neue Abenteuer in Südamerika.
Diesmal ging es nach Peru, dem Land der Inkas, Anden und Lamas.
Unsere kleine Reisegruppe aus vier Wagemutigen erwies sich als wahrer Glücksgriff und so wurde aus dem bunten Haufen schnell eine eingeschworene Truppe, die alle Hindernisse fast schon spielend aus dem Weg räumte und in drei Wochen jede Menge Abenteuer erlebte!

Das Peru-Dream-Team
Mein Dank gilt Annika, Burki und Roland, die nicht nur sehr fit waren, sondern sich auch als äußerst angenehme Reisepartner erwiesen.
Waren die Zeltnächte auch noch so kalt, die Luft sauerstoffarm und der Komfortverzicht groß, nie gab es ein böses Wort oder Ärger.
Gemeinsam über die lokalen Märkte zu laufen, das alltägliche Leben der Bevölkerung zu erleben und die peruanische Küche zu entdecken, machte neben den Trekkings und der Kultur den besonderen Reiz dieser Reise aus. Es war ein großer Spaß mit Euch Peru zu erkunden!!!

Im Einzelnen waren dies:

Huayhuash-Trek mit Yebuta-Pass (4800 m)

Unser viertägiges Trekking beginnt in Pacllon (3300 m). Das Wetter ist sehr warm, als wir mit unserem Guide Nestor, einem Koch und einem Eselstreiber aufbrechen.
In dem kleinen Dorf sind wir natürlich Gesprächsthema Nummer 1 und ehe man sich versieht ist man auch schon als „Gringo“ (Ausländer) überführt.
So mancher ist etwas übermotiviert und gibt Gas, als wäre dies eine Wanderung im Sauerland, aber schnell wird allen klar, dass die Luft doch etwas dünner ist
und wir noch nicht akklimatisiert sind. Mit dem ersten Zeltplatz haben wir auch alles richtig gemacht: eine tolle Aussicht auf die vor uns liegenden Berge bildet den richtigen Rahmen für die erste Zeltnacht.
Der zweite Trekkingtag bringt richtig Höhenmeter und einen etwas unerwarteten Hagelschauer, der aber glücklicherweise keine Stunde andauert.
Dann wird das Wetter wieder besser und wir steigen auf zum Yebuta-Pass (4800 m), der fast auf MontBlanc-Niveau liegt.
Die Aussicht ist toll und entschädigt für die Anstrengung in der dünnen Luft. Rasch steigen wir hinab zu unserem zweiten Zeltplatz am Jahuacocha auf 4050 m. Was für ein fantastisches Panorama: unten die Seen und die oben der große Gletscher und die schneebedeckten Gipfel. Hier lässt es sich aushalten!
Dieser Eindruck verdichtet sich auch am dritten Tag, wo wir auf einen Aussichtgipfel steigen. Bei warmen und sonnigen Wetter ist das hier der richtige Platz zum Schauen und Staunen.
Für den letzten Trekkingtag nach Llamac wählen wir (natürlich) die alpine Variante und steigen nochmal auf 4300 m hoch. Die Huayllan-Schlucht liegt tief unter uns mit ihren grünen Hängen, die mich zwangsläufig an alte Kaffee-Werbung aus den 90ern denken lassen.
Insgesamt war es eine tolle Tour, die uns die spektakuläre Cordillera Huayhuash eindrucksvoll näher gebracht hat.

Machu Picchu und Wayna Picchu

Um 8.15 h erreichen wir den magischen Ort. Machu Picchu – ein Name, der Gänsehaut verursacht und zu einem der neuen sieben Weltwunder gewählt wurde.
Der Besucherandrang hält sich auch noch einigermaßen in Grenzen als wir die 1450 erbaute Stadt mit Guide Christian betreten.
Zunächst wird der 2694 m hohe Wayna Picchu erklommen. Über 600 Stufen geht es steil bergan und die Aussicht entschädigt für alle Mühen. Beeindruckend thront die ganze Anlage unter uns.
Anschließend erklärt uns Christian die verschiedenen Wohnbereiche der Stadt. Es gab u.a. Bereiche für die Handwerker, die Frauen und natürlich diverse Tempelanlagen. Wie auch in Cusco kann man die exzellente Baukunst der Inkas an den perfekten Mauerzügen erkennen.
Der Besuch der höher gelegenen Inka-Brücke rundet unseren Besuch ab. Tief unter uns floss der Urubambafluss und die schmale Brücke lässt erkennen, wie gut sich die Inkas vor Feinden hätten abschotten können.

Volcanica-Trek mit Bomboya-Pass (5050 m) und Colca – Canyon

Unsere zweite Trekkingtour beginnt in Madrigal (3200 m). Guide Arcadio hat sich für den ersten Tag den Besuch einer alten Inkafestung ausgesucht.
Weit geht von hier der Blick in den Colca Canyon, den zweittiefsten Südamerikas. Bereits bei den ersten Eindrücken wird klar, welche Dimensionen die Natur hier geschaffen hat. Passenderweise liegt im Hintergrund dann auch noch der beeindruckende Cerro Bomboya (5200 m), der das Ambiente perfekt abrundet.
Der weitere Weg zum ersten Zeltlager ist dann etwas abenteuerlich. Stetig geht es am Hang entlang, glücklicherweise sind wir alle sehr trittsicher. Vorbei an unzähligen Kakteen erreichen wir unser erstes Zeltlager, was wirklich sehr schön liegt, nur leider früh im Schatten liegt.
Der zweite Tag bringt uns bis auf 4850 m hoch. Es geht kontinuierlich bergan und mit einem Mal taucht eine Staubwolke vor uns auf, die sich als Lamaherde erweist.
Immer wieder treffen wir auf Puya Raimondi, die allerdings schon verblüht sind.
Nach einer ziemlich kalten und unruhigen Nacht geht es über den Bomboya-Pass (5050 m). Vor uns öffnet sich das grüne Tal und je weiter wir absteigen, wird es immer grüner und bewachsener. Bis hinunter nach San Juan de Chuccho (2500 m) wird es immer wärmer und die Luft angenehm sauerstoffreich. Wir übernachten auf einer schönen Wiese mit Blick auf die beeindruckende Wand unterhalb von Cabanaconde. Zwei Kondore, das höchste Tier der Inkas, kreisen über den Hängen in der Luft.
Um noch möglichst viele Kondore sehen zu können, startet unser letzter Trekkingtag bereits um 3 h mit dem Aufstehen. Gemeinsam mit den bepackten Eseln geht es in steilen Zick-Zack-Wegen den Hang hinauf. Ein Baby-Kondor fliegt sogar recht nah über uns hinweg. Der abschließende Besuch beim Mirador Cruz del Condor zeigt den Colca Canyon nochmal in seiner ganzen beeindruckenden Dimension. Zwei „Herrscher der Lüfte“ kreisen über dem Tal.

Besteigung des Vulkans Chachani (6075 m)

Als Abschluss unserer dreiwöchigen Rundreise sollte noch der Vulkan Chachani bestiegen werden. Einen Tag vorher kommt es allerdings zum Wintereinbruch, d.h. in Arequipa stürzen Bäume um, in tiefen Regionen regnet es und im Andenhochland liegt plötzlich reichlich Schnee. Herrje, das kann ja was werden.
Die Anreise mit dem Jeep endet dann auch schon auf 4700 m, dann wird der Weg auch für Offroad-Fahrzeuge unpassierbar. Also schleppen wir unsere Ausrüstung noch auf 4900 m und errichten unser Basislager (geplant war ursprünglich 5300 m).
Nach einer kurzen Lagebesprechung und dem Abendessen geht es ins Zelt um bis 1h auszuruhen. Leider schneit es unentwegt weiter, so dass die Bedingungen immer schwieriger werden: 30 cm Neuschnee und erwartete Temperaturen bis -30°C machen erfinderisch. So empfiehlt uns Guide Arcadio Papier um die Zehen zu wickeln, um Erfrierungen entgegen zu wirken (hat gut funktioniert).
Um 2 Uhr brechen wir schließlich auf. Fünf dick eingepackte Wagemutige, die versuchen wollen den Chachani auf einer neuen Route zu erklimmen. Im Licht der Stirnlampen kämpfen wir uns langsam höher. Arcadio scheint den Weg sehr gut zu kennen, denn wir kommen sicher um die heikelsten Stellen herum.
Nach einer Stunde ist mein Camelback-Schlauch gefroren, obwohl ich die Flüssigkeit immer wieder zurückgepustet habe. Mit zwei Handschuhen und zwei Paar Socken bleiben die Extremitäten warm und Erfrierungen sind keine Gefahr. Erst gegen 5 Uhr sind wir im Basislager auf 5300 m. Die Bedingungen und der wieder einsetzende Schneefall halten uns doch mehr auf als erhofft. In der Dämmerung sehen wir den Gipfel in dichten Wolken hängen, eine tolle Gipfelsicht ist auch nicht in Sicht.
Um 7.30 Uhr, wir sind inzwischen auf 552 5m, wächst langsam die Einsicht, dass der Gipfel nicht mehr zu erreichen ist. Die Ersten wollen lieber umkehren und so entschließen wir uns schweren Herzens für den Abstieg. Die neue Route am Chachani bleibt also leider unvollendet, aber die Sicherheit geht vor. Auch wenn ich meinen Namen gerne in den Bergen Perus verewigt hätte.
Im Abstieg reisst die Wolkendecke nochmal kurzzeitig auf und gibt den Blick auf das Altiplano frei. Bei mir persönlich hat die Akklimatisierung gut funktioniert. Am Gipfeltag war ich fit und mental gut drauf.
Um 10.45 Uhr sind wir wieder heil bei den Zelten. Es gibt heissen Tee und warme Suppe und schon bald sind die Lebensgeister wieder geweckt. Ein spannendes Abenteuer geht zu Ende und schon Abschied geht der Blick zurück zur gewaltigen Wand des Chachanis.

Städtetouren und Kultur

Lima

Guide Ursula brachte uns an unserem Ankunftstag die Innenstadt der peruanischen Hauptstadt bei einem Stadtrundgang näher. Der beeindruckende Plaza de Armas bildet den Hauptplatz und mit dem Besuch aller relevanten Kirchen bekamen wir einen schönen Eindruck, wie sich die verschiedenen Orden früher in der Stadt niedergelassen haben. Ein abendlicher Erkundungsgang durch Chinatown führte uns dann noch in die Hektik der Millionenstadt.

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