Geschichten von unterwegs

Reisebericht: Damavand – eine Genussexpedition

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Ja, trotz jegliches Unglaubens meiner Familie und meiner Freunde habe ich mich in den Flieger gesetzt, um in den Iran zu fliegen. Denn dort wollte ich den höchsten Vulkan Persiens besteigen – den Damavand.

Bereits im Flieger lernte ich die gastfreundlichen Iraner kennen, schnell wurden Nummern getauscht und Familien- und Hochzeitsfotos auf dem Handy gezeigt. Eine Essenseinladung folgte. Sie waren begeistert, als wir unsere Pläne äußerten, wünschten uns viel Erfolg und verabschiedeten sich mit den Worten „Welcome to Iran“.

Am ersten Tag lernten wir unsere Guides kennen und starteten nicht weit von Teheran entfernt die erste Akklimatisationswanderung zur Shirpala-Hütte. Anfangs ging es durch ein idyllisches Dorf mit vielen gemütlichen Cafés. Der weitere Weg führte über viele Steinstufen. An einigen leichten Felspassagen mussten wir auch die Hände und fixierte Seile zur Hilfe nehmen. In einer Höhe von 2750 m liegt die große Hütte mit einem kleinen Garten und einer großen Dachterrasse mit schöner Aussicht auf das belebte Teheran. Der Blick auf die Hauptstadt begleitete uns bis auf unseren ersten Gipfel, den Mount Tochal.

Auf etwa 3900 m gönnten wir uns eine ausgiebige Pause mit einem großen Lunchpaket, von Nüssen über diverse iranische Süßigkeiten, einem großen Wrap und dazu eine Cola. Der Weg nach unten und dann auch wieder zurück nach Teheran ging schon etwas schneller. Vielleicht war es bereits die Vorfreude auf den Damavand, denn da sollte es als nächstes hingehen.

Ein kurzer Zwischenstopp wurde am „Mountaineering Federation“ Büro eingelegt, um unsere Wandergenehmigungen zu beantragen. Mit Geländewagen wurden wir in das Basislager des Damavand auf 3000 m Höhe gefahren, wo wir unser Zeltlager aufbauten. Anschließend genossen wir den wahnsinnigen Anblick des bevorstehenden Ziels und verspeisten frisch gebratenes Hähnchen-Schnitzel mit Pommes. Eigentlich kaum zu glauben auf einer solchen Höhe. Der Aufstieg ins Hochlager auf 4150 m verlief eher langsam und entspannt, denn auch das war wieder ein neuer Höhenrekord auf der Tour. Oben angekommen lernten wir das Küchenteam kennen, welches dort bereits drei Monate für gute Stimmung und noch besseres Essen sorgte. So unternahmen wir unsere Wanderungen immer wohlgenährt, mit genügend Proviant und einer Cola für unterwegs.

Endlich war es so weit und der Gipfelaufstieg stand an. 1500 Meter mussten wir hoch und auch wieder runter. Somit starteten wir bereits um 6 Uhr morgens. Vielleicht war es die kalte, dünner werdende Luft, aber der Sonnenaufgang war atemberaubend. Eine Wolkendecke verdeckte das Tal und der Damavand ragte in den blauen Himmel hinein. Auch trotz der Sonne wurde es nicht merklich wärmer, wir mussten uns also einfach weiter bewegen und den Aufstieg fortsetzen. Schnee- und Schotterfelder erwarteten uns auf über 5000 m und begleiteten uns bis auf die letzten Höhenmeter. Bei Sonnenschein und einer Windgeschwindigkeit von etwa 50 km/h kamen wir am Gipfel an. Alle gleichzeitig! Damit hätte wirklich keiner gerechnet. Was für eine super Gruppe! Die Gipfelfotos wurden gemacht und wir stiegen über die Gesteinsfelder, auf denen man fast runterrutschen konnte, ab. Am Nachmittag, zurück im Camp, wurden wir mit einer warmen und wohltuenden Suppe begrüßt. Nachdem wir uns alle etwas entspannt hatten, bekamen wir schon wieder Abendessen und im Anschluss noch einen Schokoladen-Gipfelkuchen mit Kerzen darauf. Ein gelungener Abschluss für diesen erfolgreichen Tag!

Mit einem Lunchpaket für den zwei bis drei Stunden langen Abstieg machten wir uns am Folgetag auf den Weg zurück zum Basislager. Dort nutzten wir die Zeit für ein alkoholfreies Zitronen-Malzbier, bis unser Gepäck in die Jeeps verladen war und wir zum Startpunkt zurückfahren konnten. Nach Teheran ging es dann mit dem Luxus-Bus, da war auch der Feierabendverkehr erträglich. Am nächsten Tag sind wir dann durch Teheran geschlendert und haben den Golestanpalast mit seinen vielen imposanten Räumen besichtigt. Auf dem Basar, den wir uns anschauen wollten, wurde eine Zeremonie des Ashura-Festes abgehalten. Tee, Kekse und Wassermelone wurde uns abwechselnd mit einem Lächeln im Gesicht und dem schon fast traditionellen „Welcome to Iran“ gereicht. Weiter ging es ins Nationalmuseum und auf den Tajrish-Basar, auf dem wir noch ein paar letzte Souvenirs einkauften, bevor es zum letzten gemeinsamen Abendessen ging. Es wurde eine landestypische Schmorfleischsuppe mit dem Namen Abgusht serviert. Das war der perfekte genussvolle Ausklang unserer gelungenen Expedition.

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